Wir bitten Sie, aus Sicherheitsgründen umgehend das Netz zu betreten! – Human Web Manifesto

Kommentare

  
  1. Jan sagt:

    Die Polis im weltweiten Netz. Das ist ein sehr passender Vergleich und es scheint wirklich so, als wird alles getan, um den freien Meinungsaustausch möglichst einzugrenzen. Derzeit wird ja kaum ein Thema mehr dämonisiert als Facebook. Auf der anderen Seite erhält Twitter durchgehend positive Bewertungen von Seiten der „Altvorderen“. Ein Phänomen….

  2. Siegfried sagt:

    Das mit den Rechenaufgaben kann ich bestätigen. Ich sehe schlecht (bin 52 und habe auf dem einen Auge nur noch 20%). Daher kenne ich die Problematik. So lange die Rechenaufgaben als Text (nicht als Bild) dargestellt werden, sind die weitgehend zugänglich.

    Um die wirklich zugänglich zu machen, müssten die Aufgaben aber auch vorgelesen werden können.

  3. Claudia sagt:

    Ich fahre mit einer Kombination aus dem üblichen AKISMET und dem
    PlugIn math-comment-spam-protection gut:

    http://sw-guide.de/wordpress/plugins/math-comment-spam-protection/

    Die Abfrage einer Rechenaufgabe ist zudem barrierefrei und kann auch von Sehenden besser genutzt werden, da keine fast unleserlichen Grafiken zu entziffern sind (deine sind ganz ok von der Klarheit har).

  4. Wittkewitz sagt:

    Hi Claudia,
    danke für Deine rege Verbreitungstätigkeit, bin ganz gerührt.
    P.S.:
    Kennst Du ein angenehmeres bzw. besseres Captcha-Plugin für WP?
    Dies hier scheint ja nicht so die Wucht zu sein…

  5. Ich bekam übrigens grade DREIMAL die Antwort, ich hätte die falsche CAPTCHA-Eingabe gemacht – was bei nur 4 Buchstaben, die zudem gut lesbar sind, ganz unmöglich ist. Sogar nach Captcha-RELOAD und der Eingabe des NEUEN Codes: nix! Angeblich wieder falsch…
    Erst ein Reload der ganzen Seite hat geholfen.

  6. @Craecker: Man stelle sich vor, man würde gezwungen, mit einem physisch implantierten RFID-Chip durchs „reale Leben“ zu laufen, so dass ein jeder mit dem passenden Scanner jeden Schritt, den man tut, und jedes Wort, das man sagt, mit den persönlichen Daten verbinden kann.

    Nein, das gibts noch nicht und gerade haben unsere Regierenden dementiert, dass über eine persönliche Internet-ID nachgedacht werde, die man schon ab Betreten des Netzes mit sich führt. Und doch halte ich genau diese dunkelste Vision für das, was breite Kreise am liebsten hätten: die volle Überwachung und Rückverfolgung jeglicher Bewegung im Netz.

    Nur knapp konnte der Widerstand gegen das Zensursula-Gesetz verhindern, dass das zufällige Landen auf einer Stoppschild-Seite registriert bzw. beim BKA verdatet wird (und ob das auch tatsächlich eingehalten wird, weiß letztlich keiner).

    Craecker schrieb:

    „So oder so, sind die Bereiche, in die von aussen, meinetwegen höchst unprofessionell, reingeregelt werden, doch weitesgehend unabhängig vom Bereich der großen Bewegung der sozialen zwischenmenschlichen Kommunikation innerhalb des Netzes“.

    Das stimmt nicht. Lies z.B. den rundum informativen Artikel „Die Rache des Textmonsters“ auf SPON, insbesondere Kapitel 4: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,641659-4,00.html

    Ich kenne bereits etliche Leute, die sich nicht mehr trauen, auf ihren Webseiten/Blogs Links zu setzen oder auch gar nicht erst selber etwas schreiben: zu unsicher, zu gefährlich… erschreckend!

    Dennoch teile ich Wittkewitz Statement („Es ist schon fast zu spät. „) nicht. Manche Freiheiten sind sehr vielen Menschen mittlerweile SO selbstverständlich, dass das nicht ohne weiteres rückholbar ist. Das Globale am Netz ist hier auch eine echte Bremse: so soll etwa Spanien eine Art Lizenz zum Publizieren (Blogs!) eingeführt haben (Achtung: ungesicherte Info!!! Hab ich nur ERZÄHLT bekommen!), worauf eben alle auf ausländische Server ausgewichen seien.

    Ich bin sehr gespannt, wie der „Kulturkampf“ weiter geht – und finde die im Abschnitt „Zwei Welten – eine Menschheit“ dieses Manifests formulierte Vision großartig!

  7. Wittkewitz sagt:

    Ich denke, dass Regeln eine unbedingte Notwendigkeit sind, wenn die Anzahl der Menschen in einer Gemeinschaft/Gruppe eine kritische Zahl übersteigt. Dass nun aber die Gruppe selbst die Regel diskutiert, ist offenbar nicht mehr teil der aktuellen Auffassung von Zusammenleben. Da werden dann ganz einfach Angstfassaden aufgebaut, die nachweisen, dass der gemeine Mitmensch zu dumm ist, um eine angemessene Regel zu erkennen bzw. zu diskutieren. Auf diese Weise leitet man dann die Experten her, die – zufällig? – durch die Altvorderen eingesetzt werden und – zufällig? – deren Wünsche begründen (können/sollen/müssen/dürfen). Oft rege ich mich mehr über diejenigen auf, die Jahrzehnte im Elfenbeinturm der Wissenschaft verbrachten und sich dann zum Büttel der Altvorderen machen, nicht selten wieder besseres Wissen.

    Die Urheberrechtsdebatte ist weitgehend eine Scheindebatte, da durch die Abgaben der PC-, DVD-, Druckerhersteller bereits Gelder an die Verwertungsgesellschaften fließen. Dass diese Gelder dort verbleiben und nur sehr wenig bei Verlagen und Urhebern ankommt, liegt weder am Netz noch an Google. Dass die Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“des deutschen Bundestages noch heute darauf wartet, dass diese Geldflüsse von der Zentralstelle für private Überspielungsrechte transparenter gemacht werden läßt sehr tief blicken. Vielleicht können Herr Burda, Herr Döpfner und all die anderen Hamburger und Heidelberger Appellanten dort mal vorsprechen. Insgesamt ist gerade dieser Bereich im Netz bisher sehr ausführlich und gut diskutiert worden.

    Im Netz sollte es aber um einen demokratischen Diskussionraum gehen, in dem die Menschheit gemeinsam ihre Zukunft diskutiert, indem sie zunächst mal Notiz voneinander nimmt.

    Eine von vielen Quellen liegt hier:
    http://de.globalvoicesonline.org/

  8. Chräcker sagt:

    Ich kann diese besitzstandsfesthaltende Verlustangst, obwohl ich wirklich viel lese und versuche es zu verstehen, nie so ganz nach vollziehen.

    Es gibt eine Menge (menge menge) Leute, die nicht wissen, was genau passiert, und da finde ich Deine Beschreibungen des zusammenfinden von menschen in einem „neuen Raum“ sehr gut. Im günstigsten Fall ignorieren sie „uns“, im ungünstigerem diffamieren sie uns. Aber ich persönlich muß mir ja die billige Presse nicht extra abonieren, nur um mich dann darüber zu ärgern. (Auch wenn das jeder zweite zu tun scheint, denke ich zuweilen – ich ja umgekehrt auch ;-)….)

    Dann gibt es natürlich diejenigen, die das Netz regeln wollen, ohne sich selber darin zu bewegen. Was ich bis heute nicht verstanden habe. Will die Gemeinde eigentlich keine Regeln, oder nur eben Regeln von Leuten, die Ahnung haben? Ich muß da vorsichtig fragen, man wird schnell arg und persönlich schon verletztend gehauen, wenn man auch nur den Hauch des Anscheines zeigt, daß man Regeln gut finden könnte.)

    So oder so, sind die Bereiche, in die von aussen, meinetwegen höchst unprofessionell, reingeregelt werden, doch weitesgehend unabhängig vom Bereich der großen Bewegung der sozialen zwischenmenschlichen Kommunikation innerhalb des Netzes. Wird da nicht immer etwas arg aufgebauscht, so wie man es, zurecht, der anderen Seite gerne so laut vorhält?

    So viel wird bei den sozialen Netzen ja nun auch wieder nicht Musik hin und her geladen oder Bücher heimlich getauscht. Von schlimmeren mal nicht zu reden.

    Ich will nicht in Abrede stellen, daß man hier aufpassen sollte, daß unser bisheriges Regelkorsett nicht einfach so auf diesen neuen Raum aufgestülpt werden kann und das da mal neue Gehirne an die Regelhebel herangelassen werden sollten. Aber die Entwicklung der sozialen Netze sehe ich zur Zeit durch kein Urheberrechtsverteidigungs-Selbstschußanlage oder Stoppschilder-Manufakturen gefährdet.

    Das die Altvorederen immer zur Zeit alles so künstlich hoch hängen, muß man ja nicht immer dadurch verändern wollen, indem man sein eigenes Angstszenario-Nägelchen noch höher hängt.

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    […] recht interessanter Vergleich, den Jörg Wittkewitz bei Digitalpublic anstellt: Die Besiedelung des Webs als Kolonisierung eines virtuellen Planeten. Wildwestromantik […]

  4. […] Wir bitten Sie aus Sicherheitsgründen umgehend das Netz zu betreten! – das Human Web Manifesto von digitalpublic.de ist ein mitreißender und gleichzeitig nachdenklich stimmender “großer Text” zu den aktuellen (aber auch schon in den 90gern virulenten) Auseinandersetzungen rund ums Internet. Schon die Beschreibung der Lage rockt: “Mit einer langen Tradition an Gesetzen, Ideen und den richtigen Handlungen im Gepäck, reisen wir ins gelobte Land, wundern uns über die unbewohnten Flächen und rammen unsere Pflöcke ein, wo es noch kein Anderer tat. Die hasenfüßigen Mitmenschen haben die ersten Pioniere mitleidig bei ihrem Exodus beobachtet. Jetzt wo alle claims abgesteckt sind, kommen sie mit dem Gerechtigkeitsbuch und dem erhobenen Zeigefinger und verlangen, dass alles neu verteilt wird nach den alten Bräuchen und gefälligst die alten Gesetz der Vorväter gelten. Die Siedler sind “not amused”. […]

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