Rezension: Erfolgreiche Online-PR

Kommentare

  
  1. Es stammt alles aus der Praxis. Selbst der erste, die PR erklärende Teil ist jenseits aller akademischer Debatten (deren Reflexion Sie anmahnen) entstanden, die mir sehr wohl bekannt sind, wenngleich ich den Versuch, PR wissenschaftlich zu betrachten, für Unfug halte. Ja, für Unfug. In Ihren Augen disqualifiziert mich das, in den Augen meiner Kunden eher nicht.

  2. Wittkewitz sagt:

    Da haben Sie recht, wenn man eine Sichtbarkeit im Online-Bereich bekommen will, dann helfen solche Sachen wie Dialoge oder Strategien gar nichts.

    Vielen Dank für einen Einblick in Ihre Welt. Es war sehr interessant.

  3. Ach, lieber Herr Wittkewitz, Sie missverstehen mich immer noch. Oder haben nicht richtig gelesen. PR habe ich bei Klaas Apitz gelernt – so um 1989 herum. Und seitdem immer wieder angewendet, vorwiegend als Berater für kleinere und mittlere Unternehmen sowie Selbstständige und Freiberufler jeder Art. Natürlich habe ich da auch bisweilen die Theoretiker gelesen. Aber es hat mich gelangweilt und in der Praxis nicht weitergeholfen. Nein, es geht im konkreten Auftragsfall, wenn ich als PR-Berater gerufen werde, nicht um „die Veranlassung einer Maßnahme ’nach außen zu gehen'“, sondern um Schmerzbekämpfung. Da sieht ein mittelständischer Krankenbeförderungsbetrieb, dass seine unmittelbaren Wettbewerber im Web sehr viel prominenter auftauchen als er selbst. Da liest er in einschlägigen Patientenforen wie toll man von der Krankentransportfirma XY gefahren wird – und der eigene Laden kommt nicht drin vor. In diesem Fall – und dies ist eine Standardsituation meiner Berufspraxis; ich weiß ja nicht, was Sie so machen… – geht es dem Verantwortlichen dann nur darum, eine angemessene Sichtbarkeit im Online-Bereich zu bekommen – Theorie egal.
    Plötzlich geht es nicht um das dialogische Prinzip (auch bloß ein Bullshit-Begriff), sondern darum, wie sich die Firma, die Geschäftsführer und die Mitarbeiter sich auf der Website optisch präsentieren.

    Und bitte: Kommen Sie mir nicht psychologisch. Auch wenn das zu Ihrem XING-Profil (inkl. Profilbild) und ihrer Selbstdarstellung hier passt – meine Therapeuten suche ich mir immer noch selbst.

  4. Wittkewitz sagt:

    Es mag sein, und es hat auch die Anmutung, dass es um praktische Tips geht, dennoch wäre es sicher hilfreich gewesen, sich die Grunigs und Bauers dieser Welt anzusehen. Denn das Erstellen von Websites qualifiziert nicht zu einer umfassenden Betrachtung von PR. Alleine das Potenzial der internen Kommunikation außer Acht zu lassen, oder die Möglichkeiten des dialogischen Prinzips nicht näher zu beleuchten, macht das Buch nur kurzfristig hilfreich. Denn wenn die Karawane an sozialen Netzwerken wie Facebook vorbeigezogen ist, bleibt noch immer die Aufgabe, sich grundlegende Gedanken über die Innen- und Außenwirkung von Kommunukation zu machen. Das betrifft Mittelständler noch stärker als andere Firmen, weil sie nicht ständig umfirmieren und Tochtergesellschaften gründen. Es geht also nicht um eine akademische Debatte sondern um eine strategische. „Unfug“ ist für mich keine Bewertung sondern ein Widerstand des Gesprächs über etwas. Das hat oft pschologische, also persönliche Gründe.

    Es mag sein, dass sie ein guter Berater in Sachen Websites sind, aber das hat keine Bedeutung für Online-PR oder Kommunikationsmaßnahmen in der Ära von Social Software. Denn hier geht es nicht um die Größe von Profilbildern sondern um die Veranlassung einer Maßnahme „nach außen zu gehen“.
    Viele kleinere Firmen tun sehr gut daran, sehr persönliche Wege zu gehen. Es wird Zeit, diese Freiberufler und Firmen darin zu bestärken und nicht mit den Katalogen der 90er Jahre zu hausieren in denen stehen mag wie man mit Linktausch oder Domainwahl seine awareness steigert. Sie werden lachen, aber die meisten Kunden dieser Firmen finden sich im Umkreis von 200 Kilometern und nutzen das Web via E-Mail. Ich glaube kaum, dass die Hand an ihre MetaTags legen oder selber On-Page-Optimierungen vornehmen. So torpedieren Sie an vielen Stellen Ihr Vorhaben, weil sie all Ihr Wissen – auch ganz ohne Kontext – einfach noch unterbringen wollen.

    Das hilft weder dem Buch noch dem Leser.

  5. Lieber Jörg Wittkewitz, vielen Dank für diese sehr ausführliche Rezension – so viel Mühe hat sich bisher noch keiner gemacht. Auch mit der harschen Kritik kann ich gut leben, wenn doch wenigstens mein Nachname durchgehend richtig geschrieben wäre. Allerdings muss ich dem letzten Absatz heftigst widersprechen: Das Buch ist konzeptionell entlang einer 20-jährigen Praxis als Berater entstanden, unterfüttert mit zehn Jahren Erfahrung mit den Problemen kleiner und mittlerer Unternehmen mit dem Web. Es stammt alles aus der Praxis. Selbst der erste, die PR erklärende Teil ist jenseits aller akademischer Debatten (deren Reflexion Sie anmahnen) entstanden, die mir sehr wohl bekannt sind, wenngleich ich den Versuch, PR wissenschaftlich zu betrachten, für Unfug halte. Ja, für Unfug. In Ihren Augen disqualifiziert mich das, in den Augen meiner Kunden eher nicht.

    Was mich wirklich stört, ist der Versuch, mir mangelnde Erfahrung und mangelndes Wissen zu unterstellen. Ohne damit protzen zu wollen: Die erste Website im Kundenauftrag habe ich 1994 für ein EU-Projekt im Auftrag der GMD realisiert. Das prägt. Und um den Bogen zum so genannten „Internet-Manifest“ zu schlagen: Die einen labern, die anderen machen.

    Aber ich will nicht bitter werden. Ihre und meine Sichtweise unterscheiden sich grundlegend. Besonders was die Einschätzung der Bedeutung so genannter „Sozialer Netzwerke“ angeht. Ich habe mich bei diesem Thema kurz gehalten, weil es für die angestrebte Leserschaft (noch?) irrelevant ist. Weshalb soll ich einem Handwerkermeister das PR-Potenzial von Twitter erklären, wenn der erstmal eine ordentliche Website haben will?
    Die Wahrheit ist auf dem Platz. Und nicht in den elitären Zirkeln der digitalen Boheme oder der themen-hoppenden Berater, die ihren Kunden „Lösungen“ aufschwatzen. In diesem Sinne: Nichts für ungut.

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  1. […] This post was mentioned on Twitter by Thilo Specht. Thilo Specht said: .@pressearbeit verreisst ein Online-PR-Fachbuch und liefert sich einen intelligenten Schlagabtausch mit dem Autor: http://bit.ly/BlKTv […]

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