Social Blase und Alfred North Whitehead

Es kursieren enorme Zahlen durch die Welt der Medien, wenn es um den bevorstehenden Börsengang (IPO) von facebook geht. Allerorten tauchen dann Experten auf, die von solchen Wetten an der Börse abraten. Ältere Semester verweisen auf das bereits erlebte Platzen der ersten Web-Blase vor 10 Jahren. Aber damals waren noch nicht solche Summen im Markt. Denn seit der Finanzkrise investieren Banken nicht mehr, indem sie Firmen und Staaten mit Schulden überhäufen. Es gibt daher Fantastilliarden freies Kapital, und das muss einer Vernichtung zugeführt werden, sonst platzen die Konten mit untätigem Geld und damit das System. Die Motive liegen etwas weiter zurück… Hier geht es weiter im Text… Social Blase und Alfred North Whitehead

Wie man Schwarmintelligenz nicht erforschen kann

Forscher an der ETH Zürich meinen, einen Nachweis erbracht zu haben, dass sozialer Einfluss die Intelligenz der Vielen (Schwarmintelligenz) verschlechtern kann. Jan Lorenz und Heiko Rauhut extrapolieren aus ihren Studien die These, dass die Finanzkrise ein besonders gutes Beispiel dafür sei, dass Massenentscheidungen zu einem Fiasko führen können. Denn dort hätten sich viele unter dem Einfluß fremder Entscheidungen in die “falsche” Richtung beeinflussen lassen.

Der locus classicus des Begriffs kommt aus England, wo Anfang des 20. Jahrhunderts Francis Galton alle Besucher einer Viehzuchtversteigerung die Viecher per Karte nach Gewicht und Größe schätzen ließ und zu seiner Verwunderung feststellte, dass im Mittel die Schätzungen näher am richtigen Wert lagen als die einzelnen Schätzungen für sich genommen. Damit war der Beweis erbracht, dass die Masse klüger war als das Individuum.

Der weise Leser wird merken, dass hier das Mittel des Grundgesamts aller Schätzungen verglichen wird mit zufälligen einzelnen Bewertungen. Analog könnte ich sagen, ich kann eine bessere Aussage über die Klimazone eines mir unbekannten Ortes machen, wenn ich ein Jahresmittel der Temperatur habe als wenn ich einen beliebigen Wert aus dem Jahr nehme. Natürlich ist der Mittelwert aussagekräftiger, weil die Extremwerte wegfallen, was als Fehlerkorrektur zu bewerten ist. Bei einem einzelnen Wert kann ich gar keine Fehlerkorrektur ausführen…

Aber schon wenn man die Welt der quantitativen Aussagen verlässt und qualitative und kategorische Alternativen als Problemlösung einer Aufgabe zulässt, fällt das gesamte Kartenhaus der Statistik in sich zusammen. Denn es wird klar, dass Wissen und Probleme nur bedingt etwas mit besten und schlechten Lösungen zu tun haben. Jeder Mensch fasst einen Sachverhalt anders auf. Insofern sind Probleme auch immer vor dem individuelle Verstehenshorizont zu sehen. Statistische Forschung um die Qualität von Entscheidungen zu betreiben hat daher einen besonderen Haken. Der jeweilige Hintergrund des individuellen Vorwissens kann und soll gar nicht einfließen.

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Wir müssen nur wollen

Neulich erlebte ich eine seltsame Begebenheit. In zwei Online-Ablegern von bekannten Zeitungen gaben sich zwei fast bekannte Erklärer der digitalen Sphäre ein Stelldichein. Bei ZEIT Online tönte ein ranghoher IBM-Manager namens Dueck, “Wir müssen lernen, Jedi zu sein“. Der Buchautor Lobo wandte sich etwas distanzierter gleich an die ganze Gesellschaft. Sie müsse “auf das anwachsende, aufgeblähte, verschwörungsdurchseuchte Wissensarchiv, auf die Query-Realität, auf die unbewusste und algorithmische Filterung der Informationen reagieren“.

Offenbar haben sowohl Shirkys universale Filter versagt als auch das Imperium die Macht übernommen. Hier geht es weiter im Text… Wir müssen nur wollen

Home-Office als Energiewende?

Wie die digitale Arbeitswelt unsere Zivilisation rettet

Die Finanzkrise scheint vorbei. Alle Zeichen deuten daraufhin, dass es auch eine Bedeutungskrise war. Zuviel Entscheidungspotential wurde an automatisierte Intelligenz abgegeben. Wir nennen das gern Prozessautomation. So konnten Versicherungen und Banken viele Sachbearbeiter in Software gießen. Die Konsequenz in einer unsicheren Marktsituation war Folgendes: Kaskadenartig expandierten Fehlentscheidungen. MIT-Professor Peter Senge hatte doch die Lernende Organisation auf Rezept verschrieben. Wissen musste auf Teufel komm raus integriert werden. Leider glaubte man damals noch, dass Wissen in Datenbanken und Projektmanagementtools speicherbar sei. Leider glaubt man noch heute, dass mehr Wissen zu besseren Entscheidungen führt. Dabei ist ein heuristisches Vorgehen nach Intuition in unsicheren Zeit immer dem Sammeln von Fakten überlegen. Außerdem ist es deutlich schneller. Hier geht es weiter im Text… Home-Office als Energiewende?

Massenmedien machen einsam

Wer in den letzten Jahren eine öffentliche Diskussion verfolgt hat, der hat früher oder später den Halbsatz gehört, “dass die Politik ein Problem hat, ihre Inhalte zu kommunizieren”. Man lastet dies gern den Politkern an, die nicht im Stammtischdeutsch sprechen. Manchmal sind auch die Verbände, PR-Abteilungen oder die Journalisten die Schuldigen. Aber so ganz klar ist der eigentliche Sachverhalt offenbar nicht. Verschwörungstheoretiker könnten auf die Idee kommen, diese Nebelschwaden um Entscheidungen und politische Machtausübung seien strategischer Natur, um das Volk unwissend zu lassen. Das Problem liegt leider tiefer. Hier geht es weiter im Text… Massenmedien machen einsam

Gesellen schaffen im Web?

Auf der re:publica in Berlin geht es immer um das Ganze: den Menschen, am besten in Gruppen, in großen Gruppen – die größte Gruppe ist die Gesellschaft, zumindest dort wo es keine nationalen Grenzen gibt, im Internet.

Was die Gesellschaft ist, das ist keinem so ganz klar. Es sind zumindest deutlich mehr als nur mehrere Menschen… Hier geht es weiter im Text… Gesellen schaffen im Web?

Der eiserne Abhang

Vor zwei Jahrzehnten brach der eiserne Vorhang zwischen Ost und West endgültig zusammen. Damit galt und gilt das politische System des Kommunismus als falsifiziert (widerlegt). Abgesehen von einigen Staaten wie Kuba, Vietnam, Nordkorea und China halten nur noch wenige Regierungen der Ideologie des Sozialismus die Stange. Dass gerade im arabischen Raum ein anderer eiserner Widerstand fällt und die Welt sich selbst wiedervereinigt, wird offenbar.

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Tunesien, Ägypten, Jemen: Globalisierung 2.0

Die Experten im Internet erklären alles das, was sie gelernt haben, angesichts der Geschehnisse in Ägypten. Die Systemgläubigen erklären was von Rückkopplungen und Resonanzen, die Medienwissenschaftler wagen einen Blick in die Historie der Kommunikation, die Politiker und Soziologen liefern ihre Feldtheorien ab. Seltsam…

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Das Kaffeehaus des 3. Jahrtausends?

Einer vielzitierten Geschichte des Philosphen Habermas nach entstand die moderne Öffentlichkeit in den Caféhäusern des 19. Jahrhunderts. Dort traf sich das Bildungsbürgertum und konnte sich analog dem antiken griechischen Bürgertum eines gewissens Reichtums und der daraus folgenden Muße befleißigen, um in Disputen und Diskussionen aus einer literarischen Kultur eine politische Öffentlichkeit zu entwickeln. Der geneigte Leser erkennt schnell in diesem Gedankengut, dass Habermas keineswegs davon ausging (ausgeht?), dass Öfffentlichkeit eine repräsentative Auswahl an Bevölkerung als notwendige Bedingung braucht…

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