Berater-Gefasel: In den 80ern Chaos – heute Komplexität

Kommentare

  
  1. orangeguru sagt:

    Ich mag solche Leute wie Herrn Malik: sie versichern den ohnehin denkfaulen mittleren und mittelmäßigem Management, dass deren Unvermögen keines ist, sondern dass die böse (wirtschaftliche) Realität unbegreiflich und unsteuerbar ist.

    Ergo brauchen sich diese Entscheider gar nicht mehr anstrengen, sondern nur noch administrieren und abzocken. Ois is guat!

    Die smarten Software-Wizards der Wallstreet (um noch was zu den Bankern zu sagen) hatten aber durchaus das Gehirnschmalz und den Willen die widerwärtige Komplexität zu zähmen und ihr sogar eine neue Realität aufzuzwängen – die allerdings kleineren Geistern unerschließbar blieb.

    Wissen ist nicht nur Macht, sondern auch viel Geld.

    Im Falle des Sankt Gallers und seinen Scheinheiligen ist es eben ebenso: sie verkaufen kleiner Häppchen ihrer Realitäten an Mindergläubige für viele Ablaßeuronen.

    Seelig sind die Business Masters denen so jegliche Last und Mitschuld wegconsulted wurde …

    Amen!

  2. Wittkewitz sagt:

    „Selbstorganisation ist schließlich keine Schwimmweste …“

    „You made my day“, wie Ovid einst sagte, als er…

  3. Chat Atkins sagt:

    Ob von diesen ‚terribles simplificateurs‘ irgendjemand komplexe Systeme en gros und en détail überhaupt verstehen will, das bezweifle ich stark. Es ist eher ein Mantra: Die Systeme wissen besser als ihre Beobachter, was gut für ihre Entwicklung ist, also müssen wir – yippie! – auch nicht mehr intervenieren. Laisser faire in Theorieform.

    Darüber hinaus ist die (so oft missverstandene) Systemtheorie ein perfektes Schaukelpferdchen für neoliberale Politik: Wo kein Steuermann für die ablaufende ‚Selbstorganisation‘ erforderlich ist, braucht es auch keinerlei ‚Regulierung‘ durch übergeordnete staatliche Stellen. Vergessen wird, dass auch selbstorganisierende Systeme schon Knall auf Fall untergegangen sind. Selbstorganisation ist schließlich keine Schwimmweste …

  4. Wittkewitz sagt:

    Naja, von hause aus ist die Kontigenz ja lange vor der Komplexität entstanden. Die Anhäufung von Elementen und Strukturen wird ja erst dann zur Komplexität, wenn man alle Einzelteile auf einmal verstehen will und dabei hofft, in der Summe ein Zusatzwissen über das Ganze zu erlangen. Das Projekt der Systemtheorie im Detail und en gros entlarvt sich jedoch schnell als eine recht überschaubare Mengenlehre mit besonderer Berücksichtigung der Analysis, also ein Konglomerat an Steigungsbestimmungen und Flächenberechnungen, das in der Folge einen Gesamtalgorithmus erzeugen soll, der die einzelnen Parameter in einer neuen Dimension aufheben soll. Tsss…

    Es fehlt noch immer Heideggers Aufforderung, die Zeit einzubauen. Ohne historische Dimension ist das alles Plumpaquatsch und das Wissen sie, deshalb faseln sie auch ständig von Zukunftsmodellen – ihnen ist bewußt, das sowohl Chronos als auch Kairos ein gewaltiges Wörtschen mitreden, aber das eine ist ihnen zu nietzeanisch und das andere zu solipsistisch…

  5. Chat Atkins sagt:

    Wenn Systeme hyperkomplex werden, also so etwas wie Eigenwillen entwickeln, dann kommt es bekanntlich zu Erscheinungen wie ‚Emergenz‘ und ‚Kontingenz‘. Anders ausgedrückt: Der blanke Zufall regiert. Wenn das wiederum so ist, können wir uns die ganze Branche der Management-Berater, der Öchsperten und anderen Eingeweidebeschauer schlicht schenken. Dumm gelaufen, Herr Malik …

© 2019 - Multiasking